Sonntag, 5. Juli 2009

Ich habe da so eine Ahnung.

Bald wird Emil brustlos einschlafen. Vermutlich morgen. Wenn er das wüsste, hätte er mich eben gar nicht mehr losgelassen.

Ideen für ein tolles Abendritual, das den Knaben zuverlässig in den Schlaf befördert?

Ich nehme alles :-)

So nicht, der Herr.

Gestern Abend Einschlafdrama deluxe. Ach was, gestern Nachmittag auch schon. Der Kleine ist momentan nur in der Lage einzuschlafen, wenn er vorher einen halb- bis dreiviertelstündigen Wutanfall mit alles mitnimmt. Und das heißt kreischend auf dem Boden wälzen, mit den Füßen aufs Parkett hauen, beißen, kratzen, treten, mit dem Kopf schlagen, wenn besorgte Eltern einen auf die Schulter nehmen. Nichts erreicht dieses Kind, ich habe fast das Gefühl, dass er so weit weg ist wie Oskar damals bei seinen Nachtschreck-Attacken.

Und dann kommt dazu, dass ja auch noch Sommer ist und hier der dritte Stock. Wir haben den ganzen Tag mindestens auf einer Wohnungsseite weit geöffnete Fenster, so dass entweder alle Passanten oder alle Mieter oder auch beide Gruppen dieses Drama live und in Stereo mitverfolgen könne. Das hemmt mich. Und ich weiß, dass der Mieter unter uns sowieso denkt (und das auch schon gesagt hat), dass wir (also die Jungs) zu laut sind. Gestern hätte mich ehrlich gesagt der Anruf des Jugendamtes nicht mehr gewundert. Ein Kind, das so laut schreit, als ob man Kippen auf ihm ausdrückt, das ist einfach ätzend.

Was treibt den Kurzen um? Dass er abends Einschlafprobleme hat, nehme ich ihm nicht übel, denn es gibt auch kein Einschlafritual, weil ich mich nicht entscheiden kann, wie das jetzt alles sein soll in der nächsten Zukunft. Aber nachmittags? Kann er nicht einfach ein wenig wegnickern, dann ein Stündchen schlafen und erholt und fröhlich wach werden? Wach werden ist nämlich auch son Ding. Morgens ist es in der Regel so, dass er fröhlich erzählend wach wird. Nachmittags schreit er sich wach und braucht oft nochmal ein halbes Stündchen, bis er tatsächlich wieder in stabiler Laune am Leben teilnimmt. Ich würde ihm gerne die Arbeit erleichtern, aber wie?

Gestern Abend jedenfalls war die ganze Nachbarschaft auf dem Balkon bzw. im Garten. Publikum befeuert. Erster Versuch (nach einem langen Tag mit Besuch für Oskar und eigentlich vorhandener Struktur, nämlich allen Mahlzeiten und Mittagsschlaf) ab 21.20 Uhr. Halbe Stunde, dann fröhliches Aufsetzen und Wuuuß! Dadada! Haha! also Abbruch und zweiter Versuch ab 22.15 Uhr. Dieser führte zu oben beschriebenen wilden Kreischorgien, so dass der Gatte helfend einsprang, bevor ich den Drang entwickeln konnte, das Kind Füße voran aus dem Fenster zu halten. Das Kindelein schrie beim Gatten irgendwie noch mehr, so dass ich um etwa 23 Uhr nochmals ansetzte und nach reichlichen 20 Minuten dann das Kind schlafend hatte. Heute Morgen allerdings um zehn vor sieben schon wieder Wuuuuß? Das wird wohl ein lustiger Tag.

Vermutlich wieder ein Fall fürs Müttermantra. Die Nächte sind momentan wirklich gut. Ohne Scherz.

Freitag, 3. Juli 2009

Gez ma im Ernst

Was früher anders war:

Nach dem Gewitter war es kühler, unschwüler, erleichterter. Jetzt ist nach dem Gewitter vor dem Gewitter.

Jetzt sind hier gefühlte 300% Luftfeuchte und ich hab Krussellöckchen und mir ist so warm.

Trotzdem dachte ich heute, dass mir selten ein Sommer tatsächlich gefallen hat so wie jetzt, auch wenn die obigen Punkte nerven, denn 27 Kilo weniger Speck beim Schwitzen merkt man dann schon. Ich kann Röckchen tragen, ohne dass ich mir die Schenkel innen wundlaufe. Ich kann überhaupt Röckchen auf der Straße tragen ohne mich zu schämen, das heißt, ich kann morgens Unterwäsche, Rock, T-Shirt anziehen und rausgehen. Ich muss nicht "für auffe Straße" lange Hose und längere Ärmel zwecks Speckversteck tragen und noch mehr schwitzen und im Sommer schwarz tragen, damit man das Geschwitze nicht so sieht. Ich schwitz einfach nur rum und denke mir: Was solls, alle schwitzen. Herrlisch.

Aber etwas unschwüler wär schon schön :-)

Donnerstag, 2. Juli 2009

Danke, Frau Wilder Süden!

Ich habe sie nachgemacht und man aß mit Begeisterung. Ich wurde auch nach dem Rezept gefragt und habe es mit Originalanweisung weiter gegeben. Danke! Lecker!

Mittwoch, 1. Juli 2009

Mein Sohn ist ein Ewok!


Ein bööööser Ewok :-)

Geschafft.

Schlafnacht war prima, Kind hat durchgeratzt, alles wieder etwas weniger geschwollen im Gesicht. Passend zum Sturz hat Oskar sich das Knie heute wieder frisch aufgeschlagen. Meine Pflastervorräte sind tatsächlich erschöpft. Und jetzt sind Ferien. Schön.

Dienstag, 30. Juni 2009

Kamikaze

Warum muss sich dieser Kreis auch noch schließen?

Am Tag der offenen Tür dereinst im Kindergarten, bei seiner allerersten Begegnung mit dieser Einrichtung, fiel Oskar eine Holztreppe hinunter und hatte eine große Beule. Das Kindergartenabschiedsgrillen am frühen Abend beendete er deswegen stilvoll mit einem Sturz die große, steinerne Treppe hinunter - man wird ja größer, also wachsen die Treppen quasi mit. Auf der Stirn aufgeschlagen, den Rest mit der Nase voran herabgepoltert. Der Oskar blutet ganz doll auf der Stirn, kannst du mal kommen?

Die Ärztin im Krankenhaus war sehr jung nett und konnte nach der Untersuchung unsere Ergebnisse bestätigen: Nase "nur" geprellt, nicht gebrochen, Stirn "nur" geprellt und aufgeschürft, aber keine Platzwunde, Lippe dick, aber alle Zähne unversehrt.

Er hat die Nachtwanderung verpasst, ist aber für die Übernachtung dageblieben. Und ich sitz nun hier und sorge mich, wie Mamas das so tun. Hoffentlich kann ich ihn morgen wieder in die Arme nehmen. Liebe Schutzengel, hängt noch die Nachtschicht dran, hm?